Meditieren macht glücklich

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich meditiere. „Ich könnte das nicht. Einfach nur still sitzen und nichts tun. Das würde mich wahnsinnig machen“, höre ich dann oft. Und es stimmt, am Anfang ist es gar nicht so einfach.

Es dauert bis man seine eigene Sitzposition gefunden hat und stabil aufrecht sitzen kann. Und dann die ganze Zeit diese Unmengen an Gedanken, vielleicht noch mit der falschen Vorstellung, dass man diese unterdrücken müsse. Das verursacht Stress und macht keinen Spaß.

Aber wenn man es richtig macht, dann macht es sehr wohl viel Spaß und bringt viel Freude mit sich. Und das konnte wissenschaftlich im Jahr 2017 nachgewiesen werden (Link). Bei der Untersuchung kam heraus, dass bei erfolgreicher Meditation die Menge des körpereigenen  Anandamid erhöht werden konnte.

Anandamid ist Stoff, der vom Körper selbst hergestellt wird und an den gleichen Rezeptoren andockt, wie der Cannabisstoff THC. Und daher macht Anandamid glücklich. Und da in dunkler Schokolade ebenfalls Anandamid nachgewiesen werden konnte, macht auch diese glücklich.

Neben Meditieren und Schokolade gibt es aber noch eine Sache, die dazu führt, dass der Körper Endocannabinoide, also Stoffe ähnlich zu THC, produziert: Joggen. Genauer slowjogging. Gehen dagegen funktioniert nicht. Aber ab ungefähr einer halben Stunden des Laufens  produziert der Körper diejenigen Stoffe, die einem gute Laune machen. Spaziergehen kann zwar auch gute Laune bereiten, das liegt dann aber wohl eher an der meditativen Tätigkeit.

Die halbe Stunde ist im Übrigen auch ein guter Anhaltspunkt für Meditationen. Wenn man die Zeit hat, so könnte man beispielsweise erst 25 Minuten sitzen, dann eine 5 minütige Gehmeditation machen und dann noch mal 25 Minuten meditieren. Nach einer Stunde ist alles beendet und man ist glücklich. Was will man mehr.

 

Tauch-Phantasiereise

Wenn man nicht gerade am Meer wohnt, ist es zu Zeiten von Corona etwas schwieriger Tauchen zu gehen. Vielleicht hilft diese halbstündige Phantasiereise die Wartezeit zu überbrücken.

 

Strand-Meditation

Eine weitere Meditation, die ich während meiner Ausbildung schrieb. Diesmal geht es eher um das Loslassen. Hierzu spreche ich eine Phantasiereise, die einen am Strand entlang zu einer Hängematte führt. Dort angekommen, kann der Zuhörer sich entspannen und loslassen.

 

Mein erste Phantasiereise

Während meiner Ausbildung zum Meditationsleiter lerne ich neben dem Anleiten von Meditationen auch das Schreiben von Phantasiereisen. Und weil ich lange nicht mehr Fliegen war,  gerade im Frühjahr die Lust dazu aber so groß wird, habe ich eine Flug-Meditation dazu geschrieben. Ich habe dann einen youtube-Film dazu gemacht, weil ich das für das einfachste hielt. Denn so kann man die Phantasiereise vielleicht auch mal einfach übers Smartphone hören.

Viel Spaß damit.

 

Hoffnung & Angst

Zum ersten Mal 10 km laufen, zum ersten Mal 1 Stunden meditieren, zum ersten Mal ohne Fluglehrer auf dem Hang stehen, eine wichtige Präsentation halten müssen, eine Prüfung erfolgreichen schaffen müssen.

All diese Situationen kennen wir mehr oder weniger selber. In all diesen Situationen fühlten wir uns nicht wohl, wir waren aufgeregt, nervös. Hatten schwitzige Hände, haben vielleicht auch ein bisschen hyperventiliert.

Aber warum? Was ist da in uns abgelaufen? Und ich meine jetzt nicht physiologisch. Natürlich wurden Stresshormone wie  Adrenalin ausgeschüttet. Der Körper war im FFF-Modus (Flight, Fight oder Freeze; also Flucht, Kämpfen oder Totstell-Modus). Es ging ja ums Überleben. Aber warum? Warum haben wir das so gesehen? Warum konnten wir nicht entspannt der Situation entgegensehen?

Weil wir zwischen Hoffnung und Angst gefangen waren. So erklärt es  Sakyong Mipham in seinem Buch „Running Buddha„. Und für mich ist das so eine schlüssige Erklärung, dass ich hier darauf eingehen möchte. Alle Zitaten stammen aus diesem Buch.

Der Grund, warum es vielen Menschen mental nicht gut geht, ist die Tatsache, dass sie nicht im wirklichen Moment sind, nicht in der Gegenwart. Ständig schweifen die Gedanken umher und wir folgen ihnen. Auf dem Weg zur Arbeit denken wir über unser erstes Meeting nach. Beim Laufen denke ich darüber nach, wie lange es noch dauert; beim Fernsehen denke ich darüber nach, was ich noch einkaufen muss, usw.

Und wir bewerten ständig. Dieses ist gut, jenes ist schlecht. Das Essen war jetzt nicht ganz so gut, der Kinofilm war doof, der Lauf war dann doch langsamer, mein gemaltes Bild ist schlecht, der Nachbar hat ein schöneres Auto, die Freundin hat eine bessere Note, usw. Achten Sie einmal darauf, wie schnell Sie Urteile fällen. Über andere, aber auch über Sie selbst. Es ist wirklich erschreckend und sehr erhellend.

Eine Folge dieser ständigen Bewertungen sind, dass wir kaum etwas wirklich genießen können, ständig unzufrieden sind und dadurch mehr oder wenig unglücklich sind.

Hoffnung und Angst sind in diesem Zusammenhang im Grunde jetzt auch nichts anderes als genau solche Bewertungen:

  • Angst bedeutet, dass „wir nicht die Erfahrung von etwas Unangenehmen machen wollen.“ Wir wollen nicht verlieren oder verletzten. Oder fürchten uns davor, unsere selbstgesteckten Ziele nicht zu erreichen. Vor allem, wenn letztere ein zu hochgesteckt sind.
    Angst bedeutet, „(…) nicht mit dem umgehen zu können, was wir nicht haben wollen.“
  • Hoffnung hat in der Regel etwas mit einem Ziel zu tun, das wir versuchen zu erreichen, ohne dass wir uns das wirklich zutrauen.
    Hoffnung bedeutet, „(…) dass wir nicht zufrieden sind mit dem, was wir haben.“ Wir erhoffen uns ja etwas besseres.

Ein gewisses Maß an Angst und Hoffnung ist unvermeidbar und ganz natürlich. Aber wenn wir bewusst darauf achten, was in uns abläuft, können wir vielleicht anders damit umgehen. So können wir unsere Ziele niedriger ansetzen. Anstelle auf die  1 in einer Schulaufgabe zu hoffen, zielen wir eher auf eine 2 oder 3. Statt beim Streckentauchen wie wild auf die 100 m zu schielen, setzte ich mein Ziel vielleicht auf 80 m, wenn ich 75 m geschafft habe.

Gerade beim Tauchen und vor allem beim Tieftauchen kommt das zum Tragen, daher liebe ich diesen Sport auch. Wenn ich beim Tieftauchen nur die vielleicht zu weit gewählte Tiefe im Blick habe, und hoffe diese zu irgendwie erreichen, steigt die Angst den Aufstieg nicht mehr zu schaffen. Das stresst, der Körper ist nicht entspannt und ich erreiche die angepeilte Tiefe nicht. Gerade bei Apnoetauchen lernt man sich und seine Fähigkeiten zu achten und zu respektieren. So, dass Hoffnung und Angst im Zaum gehalten werden.

Wie man mit dem verbleibenden Stress umgeht, der ja dann doch immer irgendwie mit dabei ist, schreibe ich dann in einem anderen Beitrag.